Gesundheit

Ärztlicher Notdienst

Wer krank ist, geht zum Hausarzt. Aber was macht jemand, der nachts oder am Wochenende einen Arzt benötigt? Dann hilft der Kassenärztliche Notdienst. Ab dem 1. Februar 2011 ist dieser neu geregelt und über eine zentrale Rufnummer erreichbar. Für den Notarzt des Rettungsdienstes ändert sich nichts. Bei medizinischen Notfällen kann weiterhin rund um die Uhr die 112 für schnelle Hilfe gewählt werden.

Wann muss ich den Rettungsdienst oder den Notarzt anrufen, und wann reicht der ärztliche Notfalldienst, wann ist also welche Nummer zu wählen? Dr. Peter Stahlberg, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises, bringt es auf den Punkt: „Immer dann, wenn man normalerweise zum Hausarzt gehen würde, also bei einer fiebrigen Erkältung, Durchfall, Erbrechen und ähnlichen Beschwerden, ist außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten der ärztliche Notfalldienst zu rufen. Bei lebensbedrohlich erscheinenden Krankheitszuständen, wie bei einem schweren Unfall, bei plötzlich starken Brustschmerzen mit Verdacht auf Herzinfarkt, akuter Atemnot, einem Beinbruch, stark blutenden Verletzungen, Krämpfen, bewusstlosen oder nicht ansprechbaren Personen sollte man sich hingegen immer für die 112 entscheiden und den Rettungsdienst alarmieren.“

Der ärztliche Notfalldienst ist der Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte. Diese sind dazu verpflichtet, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Über eine neue, landesweit einheitliche Rufnummer erhält der Patient Auskunft über die nächstgelegenen Notfalldienstpraxen und über Möglichkeiten eines Hausbesuches.

Die Telefonnummer der Arztrufzentrale des Notfalldienstes lautet 01805/0 44 100 (0,14 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro/Minute). Landesweit hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe 67 Notfalldienstpraxen installiert, sie sind in den meisten Fällen direkt an ein Krankenhaus angebunden. Notfalldienstpraxen im Ennepe-Ruhr-Kreis wurden am evangelischen Krankenhaus in Hattingen, im Helios-Klinikum in Schwelm und im Marien-Hospital in Witten eingerichtet. Hinweise zu Öffnungszeiten, Erreichbarkeit und weiteren Notfalldienstpraxen in der Nachbarschaft des Ennepe-Ruhr-Kreises gibt es für Patienten unter der Telefonnummer 01805/0 44 100 sowie im Internet unter http://www.kwvl.de/. Wer aus medizinischen Gründen nicht selbst in die Notfalldienstpraxis kommen kann, wird von einem Arzt zu Hause untersucht.


Apotheken: Neues Notdienstsystem

Zum Jahreswechsel geht das von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe entwickelte neue Notdienstsystem ans Netz. Aus 95 isolierten Notdienstkreisen wird dann ein flächendeckendes Notdienstnetz für den gesamten Landesteil. „Mit unserem neuen System wird es zukünftig leichter sein, die Auswirkungen von Apothekenschließungen auf eine flächendeckende Versorgung im Nacht und Notdienst  abzufedern“, sagt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Das sei umso wichtiger, als die Zahl der Apotheken kontinuierlich sinke. Derzeit liege sie in Westfalen-Lippe bei 2.198, dem niedrigsten Wert seit fast 25 Jahren. „Und diese Entwicklung setzt sich fort“, erklärt Overwiening, Mit Plakaten, Postkarten und Notdienst-Kärtchen werden die Kunden und Patienten über die Neuerungen informiert. „Die Einteilung des Notdienstes wird sich in einigen Regionen verändern, die durchschnittlichen Entfernungen zur nächsten dienstbereiten Apotheke bleiben aber stabil.“

"Ein vollständiges Notdienstnetz wird gespannt"

Die 95 historisch gewachsenen Notdienstbezirke werden durch ein IT-gestütztes Gesamtsystem ersetzt, das alle Apotheken in Westfalen-Lippe berücksichtigt. „Über Westfalen-Lippe wird ein vollständiges Notdienstnetz gespannt“, betont Overwiening. „Vom Standort des Patienten aus erfolgt der Blick auf die nächste Notdienstapotheke dann nicht mehr kreisbezogen, sondern standortbezogen aus der Vogelperspektive in alle Himmelsrichtungen.“

Mit dem neuen Notdienstsystem verteile sich die Notdienstbelastung künftig gleichmäßiger und das bei einer optimalen Flächenabdeckung. Die Schere zwischen Stadt-Apotheken (wenige Notdienste bei erhöhter Patientenzahl) und Land-Apotheken (viele Notdienste bei vergleichsweise wenigen Patienten) verkleinere sich damit deutlich.
Was ändert sich für den Patienten?

Bisher wurden dem Patienten bei der Notdienstsuche nur Apotheken in seinem Notdienstbezirk angezeigt, selbst wenn diese am anderen Ende der Stadt lagen. Ein Beispiel: Wenn man am Stadtrand wohnt, ist es oftmals kürzer, in den Nachbarort zu fahren, als einmal kreuz und quer durch die gesamte Innenstadt. Zukünftig ist nicht mehr der Bezirk, sondern der individuelle Standort des Patienten von Bedeutung. Von diesem Standort aus werden ab dem 1. Januar 2012 immer die bis zu vier nächstgelegenen diensthabenden Apotheken angegeben. Abrufbar sind sie über Internet, Smartphone und Telefon.

Aus dem Festnetz ist rund um die Uhr die kostenlose Info-Nummer 0800 00 22 8 33 erreichbar, per Mobiltelefon die Rufnummer 22 8 33 (69 Cent/Minute), und im Internet finden sich alle Informationen unter http://www.akwl.de/. Auch jede Apotheke in Westfalen-Lippe weist mittels Aushang auf die nächstgelegenen Notdienst habenden Apotheken hin. Außerdem steht eine entsprechende „App“ für iPhones und Android-Handys im Appstore bzw. im Android-Market bereit.

Quelle: Presseinformation der Apothekenkammer Westfalen-Lippe