Sekundarschule für Wetter (Ruhr)

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Auf der Grundlage des Schulentwicklungsgutachtens führt die Stadt Wetter (Ruhr) seit 2009 eine Diskussion über die Zukunft der kommunalen Schullandschaft. Nachdem das Land NRW im Herbst 2011 konkrete Vorgaben ("Schulkonsens") gemacht hat, hat der Gemeinderat am 22. September 2011 mit großer Mehrheit beschlossen, die Einrichtung einer Sekundarschule in Wetter vorzubereiten.


Sekundarschule

Die Sekundarschule ist eine zukunftsfeste Schule der Sekundarstufe I, die den Kommunen die Möglichkeit bietet, ein wohnortnahes, attraktives, umfassendes Schulangebot zu erhalten. Sie ist damit eine Antwort auf die zurückgehenden Schülerzahlen und das veränderte Elternwahlverhalten. Die Sekundarschule hält die Bildungsgänge länger offen und kommt dem Wunsch vieler Eltern nach längerem gemeinsamem Lernen entgegen.
In den Jahrgängen 5 und 6 wird unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Förderung gemeinsam gelernt (integriert), danach kann dieses integrierte Konzept bis zur Klasse 10 fortgeführt werden. Ab Klasse 7 besteht aber auch die Möglichkeit, die Kinder entweder in einzelnen Fächern differenziert nach Leistungs- und Neigungsprofilen zu unterrichten (teilintegriert) oder einzelne Bildungsgänge der Hauptschule, der Realschule oder des Gymnasiums abzubilden (kooperativ). Über das Grundkonzept entscheidet der Schulträger unter Beteiligung der Schulkonferenz.

Eckpunkte der geplanten Sekundarschule in Wetter:

  • Verpflichtende Ganztagsschule (drei Nachmittage)
  • individuelle Förderung, kleine Klassengrößen (25)
  • Unterricht abgestimmt auf Bedürfnisse des Kindes, Stunden im 90 Minuten Takt, Schule als offener Lern- und Lebensraum
  • Kooperation mit Partnern (Betriebe und Vereine), Angebot von Betriebspraktika, Auslandspraktika

(ausführliche Informationen im pädagogischen Konzept (Download rechts)


Hinweis auf den Leitfaden des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Schulministerium hat umfangreiche Informationen zur Sekundarschule veröffentlicht, darunter auch einen Leitfaden für Schulen und für Gemeinden, die eine Sekundarschule errichten wollen (Stand 22. November 2011). Verweis auf die Internetseite: http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Sekundarschule/index.html


Die Bedürfnisprüfung für die Errichtung einer 3-zügigen neuen Sekundarschule ist das Ergebnis der Elternbefragung

Die Stadt Wetter (Ruhr) hat in der Zeit vom 10.10. bis 17.10.2011 die zur Prüfung des Bedürfnisses notwendige Elternbefragung durchgeführt. Die wissenschaftliche Auswertung der Fragebögen, durchgeführt von Herrn Dr. Michael Leucht, ergab folgendes (nachfolgend ein Auszug aus dem Auswertungsbericht, Stand 14.11.2011):
 
Von den 461 in der Befragung angeschriebenen Familien beteiligen sich 380 (d.h. 82,4 Prozent) durch Rücksenden eines ausgefüllten Fragebogens, wobei die Teilnahmequote im derzeitigen Jahrgang 4 höher ausfällt als in Jahrgang 3. Etwas mehr als die Hälfte (52,3 Prozent, 198 Familien) der befragten Familien signalisiert prinzipielle Zustimmung zur Anmeldung ihres Kindes an der Sekundarschule.

Tab. H: Aus den sieben befragten Grundschulen erwartbare Anmeldungen*) an der Se-kundarschule für die Schuljahre 2012/2013 sowie 2013/2014.


Besuchte Grundschule
Schuljahr 2012 / 2013  Schuljahr 2013 / 2014
Städt. GGS Alt-Wetter  22  21
 Städt. GGS Wengern  9  14
 Städt. GGS Esborn  7  13
 Städt. GGS Grundschöttel  22  25
 Städt. GGS Schmandbruch  9  8
 Städt. GGS Volmarstein  7  10
 Kath. St. Rafael Grundschule  14  17
 Gesamt  90  108
*) Anmerkung:
Wie oben beschrieben hochgerechnet aus den Anzahlen der in Jahrgängen und Grundschulen befragten Eltern, den in Tabelle F gezeigten Zustimmungsquoten sowie der Annahme, dass alle die Option „ganz bestimmt“ sowie zwei Drittel der die Option „eher ja“ wählenden Eltern für eine Anmeldung ihres Kindes an der Sekundarschule votieren werden.

Beschlussfassung zur Errichtung der Sekundarschule mit gleichzeitiger Auflösung der Haupt- und Realschule:

Die Elternbefragung hat den Bedarf zur Einrichtung einer Sekundarschule ausgewiesen, so dass das weitere formelle Verfahren fortgeführt werden konnte. Dementsprechend konnte der Errichtungsbeschluss seitens des Rates der Stadt Wetter (Ruhr) gefasst werden.

Errichtungsbeschluss
Der Rat der Stadt Wetter (Ruhr) hat nach den Vorschriften des gültigen Schulgesetzes die Errichtung der Sekundarschule in seiner Sitzung am 24.11.2011 beschlossen.

Größe der Sekundarschule – Anzahl der Schüler/innen
Die neue Sekundarschule umfasst die Jahrgänge fünf bis zehn. Für die Errichtung sind mindestens 25 Schülerinnen und Schüler pro Klasse erforderlich. Die Sekundarschule soll, wenn die Zahl der Anmeldungen und Aufnahmen es erlaubt, dreizügig im gebundenen Ganztag geführt werden.

Integrierter und binnendifferenzierter Unterricht ab Klasse 7
Nachdem aufgrund der Schulgesetznovelle vom 25.10.2011 in den Klassen 5 und 6 der Unterricht in integrierter und binnendifferenzierender Form im Klassenverband stattfindet (SchulG NRW § 17a) soll der Unterricht ab Klasse 7 nach dem von der Verwaltung aufgrund politischen Beschlusses erhobenen Elternmeinungsbildes weiterhin integriert und binnendifferenziert im Klassenverband stattfinden.  

Auslaufende Auflösung der Städt. Hauptschule und Städt. Realschule Wetter (Ruhr)
Am Standort der Realschule Wetter (Ruhr), Wilhelmstraße 35, und der Hauptschule Wetter (Ruhr), Heinrich-Kamp-Straße 20, werden die bestehende Realschule sowie die Hauptschule auslaufend aufgelöst, so dass - beginnend mit dem Unterrichtsbetrieb der neuen Sekundarschule - keine neuen Eingangsklassen für die beiden Schulen mehr gebildet werden. Die Übermittagsbetreuung und die freiwilligen Betreuungsangebote an der bestehenden Realschule Wetter (Ruhr) werden bis zum Auslaufen der Schulen weitergeführt.

Vorgesehener Standort der Sekundarschule
Die Sekundarschule soll am jetzigen Standort der Realschule, Wilhelmstr. 35, errichtet werden. Zur Aufnahme der ersten beiden Jahrgänge der neuen Sekundarschule ist das Gebäude ausreichend. Das bestehende Gebäude bietet für die schulischen Bedürfnisse der Sekundarschule genügend Unterrichtsräume, Fachräume, Nebenräume, etc. Notwendige räumliche Ergänzungen wie z. B. eine Bibliothek, eine Mensa oder ein Forum sind in Planung. Es ist jedoch ein Raumprogramm für die Sekundarschule zu entwickeln und der Bedarf an Erweiterungsbaufläche zu ermitteln. Der Rat der Stadt Wetter (Ruhr) stellt in den kommenden Haushaltsjahren die notwendigen Haushaltsmittel bereit, um die notwendigen räumlichen Voraussetzungen für die neue Sekundarschule am Standort der Realschule Wetter (Ruhr) zu schaffen.

Kooperationsvertrag zur Sicherstellung der gymnasialen Standards in der Sekundarschule
Ungeachtet der schwierigen Gesamtumstände hat das Geschwister-Scholl-Gymnasium Wetter (Ruhr) signalisiert, den Prozess der Neuerrichtung der Sekundarschule konsensual und konstruktiv begleiten zu wollen. Der abzuschließende Kooperationsvertrag zur Sicherstellung auch gymnasialer Standards in der Sekundarschule ist in seinen inhaltlichen Vorgaben vom zuständigen Ministerium bekannt gegeben worden. Der Abschluss des Kooperationsvertrages ist kurzfristig vorgesehen.


Antrag fristgerecht bei der Bezirksregierung Arnsberg am 06.12.2011 eingereicht:

Die Verwaltung hat den Antrag auf Errichtung der neuen Sekundarschule und die Durchführung des verbindlichen Anmeldeverfahrens sowie die notwendigen Unterlagen zusammengestellt. Am 06.12.2011 überreichten Bürgermeister Herr Hasenberg und Fachbereichsleiter für Schulen Herr Dr. Thier der Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Genehmigungsbehörde persönlich den Antrag:


(von links nach rechts: Bürgermeister Herr Hasenberg, Frau Tillmann, Frau Verhaaren, Frau Kuck und Herr Dr. Thier)

Wie geht es im Verfahren weiter?

Möglicher Zeitpunkt der Genehmigung
Nach dem Zeitplan des Schulministeriums wird bis spätestens Anfang Februar 2012 die Genehmigung zur Errichtung der Sekundarschule zu erwarten sein. Zeitgleich wird seitens der Bezirksregierung Arnsberg eine kommissarische Schulleitung zu bestellen sein. Zum Zeitpunkt der Genehmigung ist die organisatorische und pädagogische Vorbereitung des ersten Schuljahres vorzunehmen. Gleichzeitig sind durch die Bezirksregierung Arnsberg die Personalnahmen Lehrer durchzuführen.

Das geplante Anmeldeverfahren der weiterführenden Schulen, auch der Sekundarschule
Das Anmeldeverfahren richtet sich nach den gültigen schulgesetzlichen Vorschriften. Die Halbjahreszeugnisse an Grundschulen und weiterführenden Schulen für das laufende Schuljahr 2011/2012 werden in der Zeit vom 06.02. bis 10.02.2012 ausgegeben. Erst danach kann das Anmeldeverfahren aller weiterführenden Schulen beginnen.

Die umliegenden Schulen haben ihre Anmeldetermine festgelegt. Wie aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich plant die Stadt Wetter (Ruhr), dass die Anmeldung zur Sekundarschule in der Zeit vom 10.02.2012 bis zum 14.02.2012 stattfindet. Hierzu wird der Schulträger ein vorgezogenes Anmeldeverfahren für die Sekundarschule beantragen.

Ort für die Anmeldung ist die Realschule Wetter (Ruhr), Wilhelmstraße 35.

Die genauen Uhrzeiten der täglichen Anmeldungen finden Sie in der Navigation auf der rechten Seite.

Mit dem vorgezogenen Anmeldeverfahren wird den Eltern die Möglichkeit eröffnet, falls ihr Kind nicht an der Sekundarschule angenommen wird oder aufgrund zu geringer Anmeldezahlen die Sekundarschule nicht errichtet werden kann, eine Anmeldung an einer anderen weiterführenden Schule vorzunehmen. Es entsteht also kein Risiko für die Eltern bzw. für das Schulkind.

Alle Eltern, die ihr Kind an der Sekundarschule angemeldet haben, werden noch am Dienstagabend, 14.02.2012, darüber informiert, ob ihr Kind angenommen wurde.


Elterninformation

Kurz vor Beginn des Anmeldeverfahrens informiert die Stadt Wetter (Ruhr) erneut alle Eltern über die neue Schulform  in den verschiedenen Grundschulen.

Termine:

Montag, 23.01.2012, Katholische Grundschule St. Rafael, Klassenraum 4

Dienstag, 24.01.2012, Grundschule Volmarstein, Klassenraum 4

Mittwoch, 25.01.2012, Grundschule Grundschöttel, Aula

Freitag, 27.01.2012, Grundschule Schmandbruch, Mehrzweckraum

Montag 30.01.2012, Grundschule Alt-Wetter, Bücherei

Dienstag 31.01.2012, Grundschule Wengern, Klassenraum 4

Mittwoch 01.02.2012, Grundschule Esborn, Aula

Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Die Stadt Wetter (Ruhr) möchte bestmöglich über die neue Schulform informieren. Die Experten der Planungsgruppe und die Schulverwaltung informieren über alle Bildungsangebote am Ort sowie ausführlich über die geplante Sekundarschule. Dazu finden Veranstaltungen in den einzelnen Grundschulen statt:

Termine

Dienstag, 04.10.2011, Grundschule Wengern, Musikraum

Mittwoch, 05.10.2011, Grundschule Grundschöttel, Schulaula, Grundschule Volmarstein, Gemeindehaus,Schulstr. 4

Donnerstag, 06.10.2011, Grundschule Alt-Wetter, Schulbücherei

Freitag, 07.10.2011, Kath. St. Rafael Grundschule, Schulbücherei  / Grundschule Schmandbruch, Schulaula

Montag, 10.10.2011, Grundschule Esborn, Schulaula
 
Alle Eltern der Dritt- und Viertklässler erhalten  von der Stadtverwaltung eine persönliche Einladung, verteilt wird die Einladung über die Grundschulen. Alle anderen interessierten Eltern können selbstverständlich ebenfalls an diesen Abenden dazukommen.
 
Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.


Grundlage: Das Schulentwicklungsgutachten 2009

Das Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund hat im Auftrag der Stadt Wetter (Ruhr) ein Schulentwicklungsgutachten aufgestellt, dass Aufschluss über eine künftige Gestaltung der Schullandschaft in Wetter geben soll. Das Gutachten wurde in einer öffentlichen Sitzung des Schul-, Sport-, und Kulturausschusses am erstmals 21. April 2009 vorgestellt.

Foto/Rechte: Stadt Wetter, K. Obergfell

Die Gutachter: Prof. Holtappels (rechts) und Dr. Rösner

Fazit der Gutachter:
Einerseits bleibt der Stadt Wetter (Ruhr) noch ein gewisser Zeitraum, die Art der Anpassung des kommunalen Grundschulangebotes an die sich abzeichnenden Herausforderungen zu prüfen, andererseits sind zügige Entscheidungen über die Gestalt des künftigen weiterführenden Schulwesens unabweisbar. Von den drei weiterführenden Schulen ist nur das Gymnasium ungefährdet. Hauptschule und Realschule können möglicherweise noch eine begrenzte Zeit bestehen bleiben, dürften aber dauerhaft die Vorgaben für das Mindestschüleraufkommen unterschreiten.