Die neue Ruhrbrücke
Nach sechseinhalb Jahren Bauzeit wird im Frühjahr 2011 die neue Ruhrbrücke fertig sein. Sie entlastet die Innenstadt, besonders die untere Kaiserstraße, von einem Großteil des Durchgangsverkehrs. Weniger Fahrzeuge, weniger Lärm und weniger Abgase sind Voraussetzung für die Attraktivierung der unteren Kaiserstraße. Das 30-Millionen-Bauprojekt Ruhrbrücke wird unter schwierigen Bedingungen vom Landesbetrieb Straßen NRW realisiert: Enges Gelände an den Auffahrten und die Überquerung einer Bahnlinie müssen bedacht werden.
Lage im Straßennetz
Die B 226 verbindet als eine diagonale Südost/Nordwest –Verbindung im Ennepe-Ruhr-Kreis die Wirtschaftsräume Hagen, Wetter, Witten, Bochum und Gelsenkirchen miteinander. Von Süden kommend (B 54, A 1 – Anschlussstelle Hagen-West) verläuft die Bundesstraße durch den Ortskern der Stadt Wetter weiter in Richtung nördliches Ruhrgebiet.
Die Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrt (untere Kaiserstraße) liegt bei etwa 15.000 Kfz/24 h. Der Durchgangsverkehr macht etwa 43 % aus. Der Schwerverkehrsanteil beträgt davon 3,5 %. Dieser überregionale Verkehr wird durch einmündende Stadtstraßen und die kreuzende B 234 , durch Lichtzeichenanlagen, durch kreuzenden Fußgänger- und Radfahrerverkehr sowie durch ein- und ausparkende Fahrzeuge behindert, so dass lange Fahrzeugschlangen innerhalb der Ortsdurchfahrt die Regel sind.
Planungsziel
Daher ist es Ziel, zukünftig den Ortskern von Wetter vom Gesamtverkehr durch Herausnahme des überregionalen Verkehrs mit Hilfe eines neuen stadtnahen Ruhrüberganges im Westen der Stadt zu entlasten.
Die Trasse dieses neuen Ruhrüberganges besteht im wesentlichen aus dem Brückenbauwerk, das westlich von Wetter in 360 m Länge das Ruhrtal überspannt. Im Norden wird die Trasse in Richtung Witten in die vorhandene B 226 geführt und geht südlich in Richtung Hagen in die vorhandene L 675 über. In diesem Bereich erfolgt auch ein Anschluss an die B 234 über eine in den vergangenen Jahren gebaute Verbindungsrampe L 675/B 234.
Für die Brücke ist ein Querschnitt von 16,50 m nutzbarer Breite mit drei Fahrspuren vorgesehen. Auf der westlichen Brückenseite ist die Anlage eines Geh- und Radweges geplant. Die vorhandene B 226 aus Richtung Wetter (Kaiserstraße) und die L 675 aus Richtung Wengern (Oberwengerner Straße) werden über Rampen an die B 226n angeschlossen. Kreuzungen der B 226n mit den Verkehrswegen der Eisenbahn – auf beiden Ruhrseiten verlaufen jeweils Bahnstrecken – , dem nördlich der Ruhr geplanten Geh- und Radweg und dem überregionalen Radwanderweg entlang der Ruhr auf der Wengerner Seite werden höhenungleich hergestellt.

Im Bereich der Ruhrbrücke wird dann eine Verkehrsmenge von fast 28.000 Kfz/24h zu erwarten sein. Diese hohe Belastung resultiert aus dieser Neuordnung des Straßennetzes. Der für die Ortsdurchfahrt entlastende Anteil an dieser Verkehrsbelastung ist mit 7.500 Kfz/24 h zu erwarten. Dies sind 50 % der heutigen Belastung in der Ortsdurchfahrt.
Das vorgesehene Bauvorhaben stellt einen Eingriff in Natur und Landschaft dar.
- Beeinträchtigungen durch Neuversiegelung, Flächenverbrauch und Randeffekte in den nördlich angrenzenden Hanglagen, in der Ruhraue und in der Ortslage Oberwengern in einem Umfang von insgesamt 116.000 m²
Vorgesehene Ausgleichsmaßnahmen :
- Wiederherstellung, Entsiegelung bzw. Aufwertung von Landschaftsbereichen durch Anlage von kleinflächigen Auewaldbereichen, Aufbau eines Waldmantels, Renaturierung der Ruhraue und einzelner Flussuferabschnitte, Wiederherstellung von Kleingartenbereichen und Entsiegelung von Verkehrs- und Gewerbeflächen in einem Umfang von insgesamt 117.000 m²
- Als Maßnahmen des aktiven Lärmschutzes ist ein lärmmindernder Straßenbelag (- 2 dB(A)) und eine 76 m lange, 4 m hohe Lärmschutzwand auf der Stützwand „Hippenstiel“ vorgesehen.

Bauleistungen
Der Ausbau der B 226n, Ruhrübergang Wetter, erfolgt in zwei Baulosen. Das 1. Baulos wurde am 30.03.2004 mit einer Auftragssumme von 4.196.793,00 € an die Arbeitsgemeinschaft Heitkamp / Rempke vergeben. Der erteilte Bauauftrag enthält ausschließlich Arbeiten auf der linken, südlichen Ruhrseite außerhalb der Ruhraue. Mit der Überbrückung der DB-Strecke Hattingen-Wengern-Hagen wird das Ruhrvorland zugänglich gemacht und damit die Voraussetzungen für das 2. Baulos mit dem Neubau des Ruhrüberganges geschaffen. Der zweite Bauabschnitt hat im August 2007 mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens begonnen. Die Fertigstellung wurde auf das Jahr 2010 korrigiert.
Kosten
Die Kosten des Gesamtprojektes einschließlich Grunderwerb belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 29 Millionen Euro.
Bauzeit
Aufbauend auf den für die Planung, die Plangenehmigung und die Bauvorbereitung genannten Terminen ist mit der Fertigstellung des Gesamtprojektes im Frühjahr 2011 zu rechnen.
