Geschichte in Bildern: Bilderreiche Fotoalben für das Stadtarchiv

„Ich kenne das Gebäude von Kindheit an, wir haben hier früher mit der ganzen Familie geturnt“, erzählt Elisabeth Schmitz beim Besuch im Kreis- und Stadtarchiv an der Theodor Heuss-Straße, das früher eine Turnhalle war. Doch um Sport geht es dieses Mal nicht: Elisabeth Schmitz ist mit Geschenken gekommen – sie übergab mehrere reich bebilderte Fotoalben und Ordner zur früheren Volksschule an der Königstraße an Stadtarchivarin Stephanie Pätzold.

Elisabeth Schmitz zeigt Kreis- und Stadtarchivarin Stephanie Pätzold und Prof. Dr. Gerhard Sollbach eines der reich bebilderten Fotoalben

Eine Fotoalbenseite zeigt Eindrücke von den Fronleichnamsprozessionen

Den Kontakt zwischen Elisabeth Schmitz und dem Stadtarchiv hatte der Herdecker Historiker Prof. Dr. Gerhard Sollbach vermittelt, der selbst regelmäßig das Archiv in der Harkortstadt nutzt.

Elisabeth Schmitz, Jahrgang 1936, wurde in Herdecke geboren. Im Alter von vier Jahren zog sie mit ihrer Mutter nach Wetter. 1942 wurde sie an der Volksschule (damals Freiheitschule genannt) an der Königstraße eingeschult. Die Schule war eine Gemeinschaftsschule – die Konfessionsschulen am Ort waren von den Nationalsozialisten aufgelöst worden.

Nach Kriegsende wurde die Schule an der Königstraße wieder eine katholische Volksschule.

Die Archivalien, die Elisabeth Schmitz nun dem Stadtarchiv zur Verfügung stellt, stammen teils aus ihrer eigenen Schulzeit, teil aus dem Besitz ihres Mannes, der Lehrer an der Volksschule war. Karl-Heinz Schmitz kam als Junglehrer an die Schule und blieb dort, bis die Volksschule im Rahmen der Landesschulreform 1968 aufgelöst wurde.

Die Übergabe der Fotos erlebte Elisabeth Schmitz mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Einerseits bin ich natürlich froh, dass die Fotos nicht irgendwann einfach entsorgt werden, sondern für spätere Generationen als Zeitdokumente zur Verfügung stehen.“ Andererseits hängen an den Stücken auch viele Erinnerungen sowohl an ihre Schulzeit als auch an ihren verstorbenen Mann.

Stephanie Pätzold freut sich über die Schenkung: „Das ist eine wichtige Ergänzung unseres Bestandes. Privatfotos landen eher selten im Archiv, daher ist es schön, wenn Menschen bei solchen Archivalien an das Archiv denken.“ Noch dazu, wenn diese Menschen auch noch etwas zu erzählen haben: „Für uns wertvoll sind natürlich auch die Geschichten zu vielen Bildern, die wir von Frau Schmitz erfahren.“

Beeindruckend sind vor allem die Fotos der großen Fronleichnamsprozessionen aus den 50er Jahren. „Da waren Mengen von Menschen unterwegs“ erzählt Elisabeth Schmitz. „Wir sind singend und tanzend durch die Straßen gezogen, auch viele evangelische Christen haben zugeschaut. „Das ist schon bedeutend“, erklärt Sollbach: „Auf den Bildern sind viele Kinder zu sehen. Da hat sich zu unserer heutigen Zeit hin viel verändert.“