Harkort - Skulptur auf dem Vorplatz der Burgruine erinnert an den Industriepionier

Er ist wieder da: Gut 200 Jahre, nachdem Friedrich Harkort 1819 in der Freiheit in Alt-Wetter die Mechanische Werkstätte gründete, kehrt der Industriepionier zurück – seit dem Wochenende erinnert eine rund drei Meter große Stahlskulptur auf dem Vorplatz der Burgruine an Friedrich Harkort und seine Bedeutung für Wetter (Ruhr) und die Region. Im Rahmen einer kleinen, von Lichtburg-Geschäftsführer Marcus Boenig moderierten, Feier vor geladenen Gästen enthüllte Bürgermeister Frank Hasenberg die Skulptur.

Am Wochenende wurde die Harkort-Skulptur feierlich enthüllt

Der ehemalige Stadtarchivar Dr. Dietrich Thier referierte über Harkort und die Gründung der Mechanischen Werkstätte in der Burgruine der Freiheit

Die Skulptur fasziniert mit ihrem 3 D - Effekt

"Mein Friedrich" hieß das Projekt aus dem Jahr 2015, dass viel Menschen in Wetter und der Region begeisterte

Die Idee zu dieser Großskulptur wurde Anfang 2019 von dem Projektteam Renate und Dr. Helmut Franzen, Jutta Gentgen, Klaus Meyer und Josi Elstner geboren. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Gründung der Mechanischen Werkstätte Harkort & Co sollte ein bleibendes, öffentlich erlebbares Denkmal an den Industriepionier Friedrich Harkort erinnern.

 

Seit Samstag ist es nun soweit: Die Skulptur zeigt den auf einer Stahlsäule ruhenden Kopf von Friedrich Harkort. Der Clou dabei: Der Kopf ist in einzelne „Scheiben“ zerteilt, die beim Betrachten einen 3 D – Effekt entstehen lassen. Und apropos „bleibendes“ Denkmal: „Die Skulptur besteht aus Cortenstahl. Der Stahl, dessen Oberfläche so schön rostet, und ich damit selber schützt. Also das richtige Material für ein Werk für die Ewigkeit“, erläuterte Dr. Helmut Franzen bei seiner Begrüßungsrede. Und mit einem Lächeln fügte er ergänzend hinzu: „Mit seinen dreieinhalb Tonnen Stahl ist das ja fast ein Heavy Metal-Kunstwerk.“

 

Finanziert wurde das rund 30.000 Euro teure Projekt jeweils zur Hälfte aus Spenden und Mitteln des NRW-Heimatfonds.

 

Bürgermeister Hasenberg ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung Harkorts für die Stadt Wetter (Ruhr) ein: „Wir wollen mit der offiziellen Enthüllung der Harkort-Skulptur auch ein Stück Wetter feiern.“ Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die Realisierung dieses Projekts: „Mein großer Dank gilt Dr. Helmut Franzen, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern die Idee zu diesem Denkmal hatte sowie Joachim Elstner für das künstlerische Konzept und die Gestaltung.“

 

Einen weiteren Dank richtete Hasenberg an die Firmen 3 D – Scan, Heydo, Geoconsult, Christian Korge und de Lutter Spedition. Die Projektleitung von Verwaltungsseite aus hatten die Baufachbereichsleiterin Birgit Gräfen-Loer und Nadine Schmutzler, Fachdienstleitung Stadtentwicklung.

 

Anschließend nahm der ehemalige Stadtarchivar Dr. Dietrich Thier die Anwesenden mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1819, als der junge Friedrich Harkort auf dem ehemaligen Burggelände seine Mechanische Werkstätte gründete. Thier ging aber nicht nur auf den Industriepionier ein, sondern stellte auch die Bedeutung Harkorts als Bildungs- und Sozialreformer heraus: „Für ihn war Wetter auch ein Ort des Fortschritts“ und nannte als Beispiel die Gründung der Elementarschule durch Harkort.

 

Einen Blick in die Zukunft warf Baufachbereichsleiterin Gräfen-Loer, die über die Neugestaltung der Freiheit informierte. Dabei geht es zum einen um die Gestaltung des unmittelbaren Umfeldes der Burgruine, das mit verschiedenen Maßnahmen eine noch höhere Attraktivität zum Verweilen bieten soll.

 

Zum anderen geht es um die Burgruine selbst: „Neben einer umfassenden Sanierung planen wir eine transparente Dachinstallation, womit wir die Burgruine wieder für die Öffentlichkeit begehbar und für kulturelle Events nutzbar machen wollen.“ So können sich die Menschen hier in Zukunft etwa über Theater, Lesungen und Konzerte in der Burgruine freuen. Auf einem „Aussichtsdeck“ unterhalb der Burgruine können Wetteraner*innen sowie Gäste aus nah und fern entspannt die Aussicht auf den Harkortsee und das Ruhrtal genießen. Eine Lichtinszenierung macht dann die Landmarke der Burg sowie die Harkortbüste auch nachts erlebbar.

 

Nach den Reden und Begrüßungsworten wurde es dann so richtig feierlich: Bürgermeister Hasenberg enthüllte unter großem Applaus die neue Großskulptur. Ab jetzt ist es für alle sichtbar – Friedrich Harkort ist wieder da!