Jugendliche zeigen mit Flüchtlingskrippe die Aktualität der Weihnachtsgeschichte

Stacheldraht, Schlauchboote, Fluchtwege über das Mittelmeer, gekenterte Boote: Sieben Jugendliche der Kolping Jugendwerkstatt haben eine Krippe der besonderen Art gebastelt.

Mit ihrer Krippe verdeutlichen die Jugendlichen die dramatische Flucht der Menschen über das Mittelmeer

Marvin Hagenfeld, Khalif Muhamad und Skender Selimi sind drei der sieben Jugendlichen, welche die große Flüchtlingskrippe gebastelt haben. Hier zeigen Sie sich stolz mit Vertretern von Kolping, Bürgermeister Frank Hasenberg und den Pächtern der Eggeklause

„Wir haben nach einem neuen Projekt gesucht. Ich habe im Kölner Dom mal eine Ausstellung mit Themenkrippen gesehen. Das habe ich dann unseren Jugendlichen vorgeschlagen“, erzählt Thomas Sonntag von der Kolping-Werkstatt. Sein Vorschlag traf auf Begeisterung von Seiten der Jugendlichen, die über das Thema Flucht recherchierten, sich viele Informationen holten und sich dann gemeinsam ans Werk machten. „Die Jugendlichen waren sehr engagiert und dieses Projekt war natürlich eine tolle Möglichkeit, über ein praxisbezogenes Projekt mit den Jugendlichen über Politik allgemein und die Flüchtlingssituation im Besonderen ins Gespräch zu kommen“, so Jörg Rotermund von der Jugendwerkstatt. Am Donnerstag und Freitag zeigten die sieben Jungen in eine Ausstellung im Naturfreundehaus Eggeklause, was sie in den vergangenen zweieinhalb Monaten gebastelt hatten, denn dort gab es noch einige andere, sehr gelungene Krippen zu sehen.

 

Der besondere Blickfang war aber natürlich die Flüchtlingskrippe.

Sie zeigt das Mittelmeer und die angrenzenden Länder, aus denen die Flüchtlinge versuchen, über das Meer nach Europa zu gelangen. Vor der Krippe ist ein großer Rettungsreifen mit dem Namen von Seenotrettungsschiffen aufgestellt. Stacheldraht symbolisiert auf der Krippe nicht nur die schlimme Menschenrechtslage in den betroffenen Ländern sondern zugleich auch die „Festung Europa“, die sich den Flüchtlingsschicksalen verschließt. Schlauchboote zeigen die verzweifelte Situation der Menschen, die zu fliehen versuchen. Ein Schicksal, das einer der beteiligten Jugendlichen am eigenen Leib erlebt hat: „Ich bin aus Syrien geflüchtet. Für die Überfahrt mit dem Boot habe ich 2.000 Euro gezahlt. Wir sind damit bis zu einer griechischen Insel gelangt“, erzählt Khalif Muhamad. Die eigentliche Krippe ist einem Containerdorf nachempfunden, denn „Die Weihnachtsgeschichte ist ja eigentlich auch eine Fluchtgeschichte“, so Jörg Rotermund. Flankiert wird die Krippe mit vielen Informationen rund um das Thema Flucht und Flüchtlinge, die von den Jugendlichen selbst recherchiert wurden.

 

Bürgermeister Frank Hasenberg zeigte sich bei der Ausstellungseröffnung in der Eggeklause sehr beeindruckt: „Das ist eine außerordentlich sehenswerte Krippe. Da habt ihr eine ganz tolle Arbeit geleistet und auf eine sehr eindrückliche Art das Schicksal der vielen Flüchtlinge dargestellt“, so Hasenberg.

Die Kolping-Jugendwerkstatt ist eine Maßnahme zur Integration von Jugendlichen in die Gesellschaft. Die Verbindung zur Eggeklause kam über die Pächterin Sonja Witt zustande, die als Sonderpädagogin an der Schule am See arbeitet, die auch mit der Jugendwerkstatt von Kolping kooperiert.