„Miteinander statt übereinander reden“: Engagierte Schiedsleute zu Gast im Rathaus

„Das Streit schlichten hat mir Freude gemacht, auch wenn es manchmal etwas schwierig war.“ Mit diesen Worten blickte Wilfried Konietzko auf seine rund zehnjährige Tätigkeit als Schiedsmann in Alt-Wetter zurück. Zu seiner Verabschiedung hatte Bürgermeister Frank Hasenberg Konietzko gemeinsam mit dessen Schieds-Kollegen ins Rathaus eingeladen.

Wilfried Konietzko (2.v.re) feierte seine Verabschiedung als Schiedsmann mit seinen Kollegen Hans Otto Rauchschindel, Stefan Galys (li.), Gundel Blomberg und Bürgermeister Frank Hasenberg Bürgermeister

Konietzko, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgibt, war dabei nicht nur als Schiedsmann aktiv, sondern auch als stellvertretender Vorsitzender der Bezirksvereinigung des Bundes Deutscher Schiedsleute in Hagen sowie als Beisitzer im Vorstand der Landesvereinigung tätig. Rund 50 Prozent seiner "Fälle konnte Konietzko erfolgreich schlichten, das ist auch der bundesweite Durchschnitt. "Schlimm war es nur, wenn sich verwandtschaftliche Verhältnisse nicht mehr zusammensetzen, wenn sich Familienmitglieder nicht mehr an einen Tisch setzen."

 

Bürgermeister Frank Hasenberg bedankte sich bei Konietzko für dessen zehnjährige Tätigkeit: Das Schiedsamt ist ein ganz besonderes Ehrenamt, dass nicht immer ganz einfach ist. Ich bin dankbar, dass es in unserer Stadt engagierte Menschen gibt, die das machen wollen." Die Nachfolge von Wilfried Konietzko als Schiedsmann für Alt-Wetter übernimmt Stefan Galys, der es reizvoll findet, Menschen dazu zu bringen, wieder mehr miteinander als übereinander zu reden. Er sieht sich als Vermittler, der die Menschen weg vom Streit bringe.

 

Gundel Blomberg, die ihre zweite Amtszeit im Bezirk Wengern/Esborn antritt, sagt zu ihrer Motivation als Schiedsfrau: "Ich arbeite gerne mit Menschen." Ihr ist es wichtig, dass sich Menschen in der Stadt engagieren, in der sie leben. Ein Dank Blombergs geht an die Stadt: "Die kümmern sich um alles und nehmen die Belange, die wir haben, ernst." Dritter im Bunde der aktiven Schiedsleute ist Hans Otto Rauchschindel, der sich im kommenden Jahr für eine dritte Amtszeit im Bezirk Volmarstein zur Verfügung stellen will.

 

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Hintergrund

Die Schiedsleute arbeiten ehrenamtlich. Sie sollen Streit schlichten und damit zwischen den beiden gegnerischen Parteien eine Einigung herbeiführen. Der Rat der Stadt Wetter (Ruhr) wählt die Schiedsperson für die Dauer von fünf Jahren. Eine Wiederwahl ist möglich. Verhandelt wird an neutraler Stelle und in ruhiger Atmosphäre. So ist von Beginn an klar, dass es hier nicht um eine Gerichtsverhandlung geht. Die Stadt Wetter stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung, zumeist finden die Gespräche im Bürgerhaus Villa Vorsteher statt.