Protestaktion gegen Häusliche Gewalt

Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, setzten Bürgermeister Gleichstellungsbeauftragte Ursula Noll, Bürgermeister Frank Hasenberg und Karen Haltaufderheide, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Gleichstellung und öffentliche Ordnung, im Rathaus an der Kaiserstraße ein deutliches Zeichen.

Setzten am Donnerstag ein klares Zeichen gegen Häusliche Gewalt: Gleichstellungsbeauftragte Ursula Noll, ASGO-Ausschussvorsitzende Karen Haltaufderheide und Bürgermeister Frank Hasenberg

„Am heutigen Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wollen wir die Bürger*innen für das Thema sensibilisieren, zumal die Zahl gewalttätiger Übergriffe in der Pandemie noch gestiegen ist. Wir wollen durch unsere Aktion auch konkret dabei helfen,

Ansprechpartner*innen für von Häuslicher Gewalt Betroffene bekannt zu machen“, so Ursula Noll, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wetter (Ruhr). Mit großen Roll Ups von Terre des Femmes / Menschenrechte für die Frau in den beiden Rathäusern und Flyern zum Thema, die im Ruhrtal Center sowie in der Bücherei Draht an die Bürger*innen verteilt werden, wird auf die dramatische Situation von Betroffenen hingewiesen. Auf den Flyern finden sich auch die Kontaktnummern und Kontaktadressen, bei denen von häuslicher Gewalt Betroffene Unterstützung finden. Das Ruhrtal Center hat sich dankenswerter Weise dieser Aktion angeschlossen. Die Notrufnummern sind auch zu finden auf den Baumwoll-Beuteln des Runden Tisches, die mit dem Motto „Nachhaltig gegen Häusliche Gewalt“ in der Bücherstube Draht zur Unterstützung der gemeinsamen Aktion gegen Gewalt an Frauen herausgegeben werden.

In Übereinstimmung mit jüngsten bundesweiten Studienergebnissen, berichten Frauen auch im Ennepe-Ruhr Kreis von einer Zunahme gewalttätiger Übergriffe und aggressiven Verhaltens durch ihre Partner. Hierbei komme es nicht nur häufiger zu Übergriffen, auch die Schwere der Gewalt nimmt deutlich zu. Das zeigt sich so nicht unbedingt in der Zahl der Strafanzeigen oder Gerichtsverfahren. So nahmen diese bundesweit im Jahr 2020 um 4,9 Prozent zu, während die Anrufe beim Hilfetelefon im gleichen Zeitraum um 15 Prozent stiegen. Viele Frauen versuchen in der Krise, trotz schwerer Gewalt oder häufiger Wutausbrüche des Partners, die Familie zusammenzuhalten. Familien – und hier vor allem Frauen - sind auch zunehmend isoliert und sehen kaum Wege, ihre Situation zu verändern, weiß die Frauenberatung EN.

Was also tun? Fünf Jahre nach Inkrafttreten der Istanbul Konvention – dem Übereinkommen des Europarates zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Häusliche Gewalt hat der Runde Tisch „Gewalt gegen Frauen“ eine Bürgerbefragung durchgeführt. Fast 1.100 Menschen haben sich daran beteiligt und dabei mitgeteilt, wo es ihrer Meinung nach langgehen soll. Der Psychologe Stephan Jansen von GESINE Intervention wertet die Daten derzeit aus und stellt überrascht fest: „Über die Hälfte der Befragten kennt eine gewaltbetroffene Frau. Aber viele wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Andere kennen einzelne Angebote, halten das Unterstützungssystem aber für unzureichend“.

Was kann ich tun, wenn eine Frau in meinem Bekanntenkreis oder unter meinen Kolleginnen von Gewalt durch den Partner betroffen ist? Welche Hilfe gibt es nach einem sexuellen Übergriff und wo? Soll ich einen gewalttätigen Mann aus meinem Bekanntenkreis direkt ansprechen?

Fragen, auf die GESINE Intervention mit dem Frauenhaus, der Frauenberatung und TONI, dem Angebot für gewaltaktive Männer und Frauen spezialisiert ist. Aber auch andere Stellen im Ennepe-Ruhr Kreis werden mit solchen Fragen konfrontiert:

Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen, der Opferschutz der Polizei, Beratungseinrichtungen wie ProFamilia oder die Familienberatungsstellen. Sie alle und viele andere mehr sind aktive Mitglieder des Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen. Der Runde Tisch wird die Ergebnisse der Befragung zu Beginn des nächsten Jahres im Rahmen einer großen Veranstaltung mit Politik, Fachkräften und Öffentlichkeit diskutieren und dann die konkrete Umsetzung vorantreiben. 

 

Unterstützung bei Häuslicher und sexueller Gewalt für Frauen (und Männer) im Ennepe-Ruhr Kreis

Frauenhaus: 023 39 -  62 92

Frauenberatung.EN: 023 36 -  475 90 91/ 023 02 – 5 25 96/ 023 24 - 38 09 30 50/ 023 30 – 611 111

Opferschutz der Polizei: 023 36 – 81 98 21 und 02 34 – 9 09 40 59

TONI-TatOrientierte Nachhaltige Intervention: 023 36 – 475 90 94

Weißer Ring: 023 33 – 60 90 60

Polizei- Notruf:110

 

Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen wie zum Beispiel Terre des Femmes jedes Jahr zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird. Sie haben die allgemeine Stärkung von Frauenrechten zum Ziel.

 

Text: Stadt Wetter (Ruhr) / EN-Kreis