Schritt für Schritt erfolgreich zum nachhaltigen Klimaschutz

Energetische Sanierung, Mobilitätskonzept, E-Mobilität, Stromsparkoffer oder Wetter (Ruhr) als Fair Trade Town: „Die Maßnahmen unseres Integrierten Klimaschutzkonzeptes werden wir konsequent und nachhaltig Schritt für Schritt umsetze“, so Bürgermeister Frank Hasenberg. „Die Umsetzung einzelner Maßnahmen ist in vollem Gange.“ Das verdeutlichte auch der städtische Klimaschutzmanager Niklas Kuhr in seinem Sachstandsbericht im Umwelt, Klima- und Verkehrsausschuss.

Bürgermeister Frank Hasenberg, Baufachbereichsleiterin Birgit Gräfen-Loer und Klimaschutzmanager Niklas Kuhr stellen den neuen Stromsparkoffer vor

So geht es bei der energetischen Sanierung neben Maßnahmen an kommunalen Liegenschaften (Bestandsaufnahme, Analyse, Prüfung von Maßnahmen, Photovoltaik) insbesondere um ein energetisches Quartierskonzept. „Das ist ein effektives Instrument, um über einzelne Gebäude hinaus weitergehende Energieeinsparungen und zusätzliche CO2-Minderungen zu erreichen“, erklärt die städtische Baufachbereichsleiterin Birgit Graefen-Loer. Als Standort wurde Grundschöttel ausgewählt. Basis ist ein KFW-Programm zur energetischen Stadtsanierung, über das 65 Prozent der Kosten zur Konzepterstellung gefördert werden. Im Rahmen des Konzeptes werden u.a. Energieverbräuche und Energiebilanzen erhoben und konkrete Maßnahmen zur energetischen Sanierung vorgeschlagen.

Erstellt wird dieses Konzept (hier wird mit rund einem Jahr Ausarbeitung gerechnet)mit Hilfe eines externen Planungsbüros. Noch in diesem Jahr soll die Antragstellung für die Fördergelder erfolgen. „Wir haben hier auch starke Partner, wie EN-Wohnen und die AVU mit im Boot“, so Niklas Kuhr.

 

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes. Hier geht es um Synergieeffekte durch eine bessere Vernetzung aller Verkehrsträger, E-Mobilität und Verbesserungen für FußgängerInnen (Ideen gab es bereits durch die erfolgreichen Fußverkehrs-checks in Volmarstein und Alt-Wetter.) Dieses Konzept wird zusammen mit dem BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung erarbeitet. Ein Auftakttermin hierzu hat bereits stattgefunden, im weiteren Verlauf findet auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen einer interaktiven Mobilitätsbefragung statt.

Übrigens: „Mit der E-Mobilität sind wir in Wetter im Durchschnitt gut dabei, ebenso mit der Lade-Infrastruktur“, so Kuhr. Hier hat sich in Wetter etwa die Zahl der E-Fahrzeuge von Januar (95) über Juli (117) auf Oktober (168) stark vergrößert. Eine neue E-Ladesäule steht bereits am Parkplatz am Harkortsee, eine zweite wird im Stadtsaal-Umfeld errichtet.

 

Eine weitere der insgesamt 32 im Klimaschutzkonzept erarbeiteten Maßnahmen ist die Zertifizierung der Harkortstadt als „Fair Trade Town.“ Das Konzept wurde im Rahmen einer Bürgerveranstaltung vorgestellt, weitere Kontakte mit Akteuren aus Vereinen und der Gesellschaft wurden geknüpft. Die Zertifizierung soll allerdings nur ein Anfang sein, um das Thema Nachhaltigkeit und faire Beschaffung im öffentlichen Bewusstsein zu etablieren.

 

Apropos Sensibilisierung: Zwei neue, von Niklas Kuhr eigenhändig zusammengestellte Stromsparkoffer sollen für das Thema Stromsparen sensibilisieren und den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass man selbst aktiv werden kann. Sie enthalten drei Energiemessgeräte (inklusive Anzeige für CO2-Ausstoß), eine Zeitschaltuhr und ein Hygrometer. „Zudem habe ich Infoflyer mit Tipps zum Stromsparen, richtigem Heizen und Lüften sowie Hinweise zu Beratungsangeboten der Verbraucherzentrale beigelegt“, so Kuhr. Interessierte können sich den Koffer gegen eine Kaution von 10 Euro für jeweils zwei Wochen leihen. Anfragen gehen an Niklas Kuhr unter der E-Mail: niklas.kuhr@stadt-wetter.de. „Das ist eine tolle Möglichkeit, die Menschen zu motivieren, selber aktiv zu werden und sich für den nachhaltigen Klimaschutz einzusetzen“, so Hasenberg.

 

Im nächsten Jahr am 27. März nimmt die Stadt Wetter (Ruhr) an der weltweiten Aktion „Earth Hour“ teil. Dann wird von 20.30 bis 21.30 Uhr die Beleuchtung am Rathaus, am Harkortturm sowie am Bahnhof abgeschaltet. Hier geht es um eine Vorbildfunktion der Stadt, denn je mehr private Haushalte motiviert werden mitzumachen, desto größer ist am Ende auch der symbolische Effekt.

 

Ebenfalls teilnehmen wird die Stadt Wetter im nächsten Jahr auch an der Aktion „Stadtradeln.“ Hier geht es im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 30. September darum, innerhalb von 21 Tagen so viele Alltagswege wie möglich mit dem Rad zurückzulegen. Dabei werden Teams gebildet – etwa in der Stadtverwaltung, in Unternehmen oder im privaten Bereich. Über eine App werden die gefahrenen Strecken zusammengerechnet, eine Rangfolge erstellt und auch der vermiedene CO2-Ausstoß berechnet.

 

Mit den Möglichkeiten eines Jobtickets und eines Fahrrad-Leasings will die Verwaltung zudem Möglichkeiten für die Mitarbeitenden schaffen, sich aktiv umweltfreundlich zu verhalten.

 

Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Wetter (Ruhr) und damit auch die Stelle des städtischen Klimaschutzmanagers wird gefördert vom Bundesumweltministerium.