Heimat-Preis 2026: Currywurst-Projekt hilft und macht unbequeme Themen sichtbar
Die Laudatio begann musikalisch: „Gehste inne Stadt. Wat macht dich da satt? Ne Currywurst“. Der Kultsong „Currywurst“ von Herbert Grönemeyer gab schon einen starken Hinweis auf den diesjährigen Gewinner des Heimat-Preises, denn die Stadt Wetter (Ruhr) zeichnete in diesen Jahr Tim Marohn und sein Projekt „Schau nicht weg, iss ne Currywurst“ mit dem 5.000 Euro dotierten Heimat-Preis 2026 aus.
Mit diesem Projekt unterstützt Marohn gemeinsam mit seinen Mitstreiter*innen seit fünf Jahren traumatisierte Kinder und Obdachlose. Jeweils in der Adventszeit organisieren sie auf dem Sportplatz des SuS Volmarstein eine Woche lang einen Ort, wo Gäste an verschiedenen kulinarischen Ständen ins Gespräch kommen können.
Sie schaffen damit Aufmerksamkeit für Themen, über die ansonsten ungern gesprochen wird. Es geht um Begegnungen, Mitgefühl, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung. Dabei lautet die Formel des Erfolgs: Ne Currywurst gegen eine Spende.

„Sie zeigen mit Ihrem Projekt Schau nicht, weg, iss ne Currywurst, dass Heimat dort lebt, wo man genau hinsieht und wo man Menschen zusammenbringt“ gratulierte Bürgermeister Hans-Günter Draht.
Von den Geldern profitieren die beiden regionalen Vereine „Sunshine for kids e.V.“ und „Unsichtbar e.V.“ So sind im vergangenen Jahr rund 7.000 Euro an Spendenerlösen eingegangen.
Neben dem gastronomischen Angebot gibt es jeweils auch verschiedene Highlights, wie etwa der Besuch des Nikolauses und der BVB-Emma oder auch ein Testspiel des Sus Volmarstein gegen den FC Schalke 04.
Bürgermeister Draht: „Sie schaffen Heimat für Jene, die am Rande stehen, unsere Unterstützung benötigen und nicht selbst sprechen können. Vielen Dank dafür, unsere Heimat braucht Menschen wie Sie!“

Tim Mahron mit seinen Mitstreiter*innen, Bürgermeister Hans-Günter Draht sowie Caroline Janicki und Marietta Elsche von der Koordinierungsstelle Ehrenamt & Engagement. Fotos: Stadt Wetter (Ruhr)
Hintergrund:
Der vom Land NRW ausgelobte Heimat-Preis wird in Wetter (Ruhr) seit 2019 von einer Jury – bestehend aus Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung – an Projekte, Vereine und Institutionen vergeben, die sich in besonderem Maße dafür einsetzen, dass die Stadt Wetter (Ruhr) lebenswert ist und bleibt. Neben der finanziellen Unterstützung durch das Preisgeld, geht es dabei vor allem darum, den Einsatz derjenigen zu würdigen, deren Arbeit sonst meist im Hintergrund geschieht.
