Plauderbänke: Zuhören und gemeinsam ins Gespräch kommen

Vorgestellt wird die neue Aktion am 28. Mai (13 – 16.30 Uhr) auf dem Dorfplatz Volmarstein und am 30. Mai (9 – 13.30 Uhr) auf dem Markt am Bahnhofsvorplatz. Für die Plauderbank in Alt-Wetter ist die Bank am historischen Rathaus an der Kaiserstraße vorgesehen.

„Wir wollten etwas gegen die zunehmende Einsamkeit tun“, erzählt Simone Staufenberg von der Nachbarschaftshilfe. Das sei besonders nach Corona spürbar geworden; mit dem „Klön-Café“ hat der Verein schon entsprechende Erfahrungen gemacht. Das kennt auch Gerd Michaelis, der als langjähriger Fahrer des Bürgerbusses immer wieder mitbekommt, wie der Bus nicht nur als Transportmittel, sondern auch als Gesprächsort und soziales Miteinander genutzt wird.

Bild: Vertreter*innen von Stadt, Nachbarschaftshilfe Wetter und Bürgerbusverein Wetter freuen sich auf interessierte Plauder-Paten: Foto: Stadt Wetter (Ruhr)

Die Seniorenbeauftragten der Stadt, Anna-Lena-Nölle und Jannick Meyer verspüren ebenfalls diesen Bedarf der Menschen nach Kontakten: „Wir wissen, dass sich viele Menschen in ihren Wohnungen einsam fühlen und auch kaum raus zu Veranstaltungen kommen“, so Nölle. Da wollen Stadt, Bürgerbusse und Nachbarschaftshilfe ansetzen und mit der Plauderbank ein einfach wahrzunehmendes Angebot schaffen: „Wir bieten einen Ort, den man unkompliziert aufsuchen kann und wo man einen Menschen trifft, der einem zuhört“, beschreibt Caroline Janicki von der Ehrenamtsstelle der Stadtverwaltung das Projekt. Mit dabei im Vorbereitungskreis ist auch der städtische Integrationsbeauftragte Anas Alhashmi: „Das ist eine schöne Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und am öffentlichen Leben teilzunehmen.“

Neben der Plauderbank braucht es dann nur noch wenig, um ein Gespräch zu starten – Trinkbecher, Tee, Kaffee oder Wasser, Tempotücher – der sogenannte Plauder-Trolley hält noch einige kleine Utensilien bereit. Gibt es bestimmte Gesprächsthemen? „Nein, wir sind für alles offen. Es wird aber eine Liste mit Notfallkontakten geben, an die wir die Menschen dann weiter vermitteln können, wenn es die Sache ergibt“, so Staufenberg.

Stadt, Nachbarschaftshilfe und Bürgerbusverein arbeiten mit dem gemeinnützigen Unternehmen „Zuhören.Draussen“ zusammen, der bereist in verschiedenen Städten solche Plauderbänke anbietet. Über den Verein sollen etwa Workshops für die „Plauder-Paten“ laufen, denn es ist auch wichtig zu wissen: wie reagiere ich, wenn mein Gegenüber anfängt zu weinen? Was mache ich, wenn das Gespräch zu kippen droht?

Über eine entsprechende App des Vereins sollen später auch die konkreten Termine für die Gesprächsangebote in der Harkortstadt angekündigt werden (natürlich auch über die üblichen Kanäle wie die städtische Homepage, die Presse und die sozialen Kanäle der Stadt). „Es wäre natürlich toll, wenn wir die Plauderbänke in allen Ortsteilen anbieten könnten“, so Caroline Janicki. „Ich freue mich auf unsere ersten beiden Termine und hoffe auf möglichst viele neugierige und offene Menschen.“

Apropos Paten: Gesucht werden noch Menschen, die sich im Projekt als Zuhörer engagieren möchten. Wer interessiert ist, meldet sich gerne unter der Mailadresse ehrenamt@stadt-wetter.de unter Tel.: 840 -116 oder 840384.

Das Projekt „Plauderbänke“ wurde im Rahmen der Ehrentags-Kampagne des Bundespräsidenten entwickelt und wird mit entsprechenden Fördermitteln (sowie Geldern aus dem „Förderpott.Ruhr“) unterstützt.

 

Zum Hintergrund: Am 23. Mai ist Ehrentag: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, zum Geburtstag des Grundgesetzes für die Gemeinschaft aktiv zu werden. Überall in Deutschland gestalten Vereine, Organisationen, Unternehmen oder Einzelpersonen den Mitmachtag – mit kleinen Aktionen oder großen Events, aber immer mit großem Engagement. Auch die Stadt Wetter (Ruhr) ist im Aktionszeitraum (16. bis 30. Mai) mit dabei und stellt innerhalb dieses Rahmens die neue Aktion „Plauderbänke“ vor

 

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